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TOY BIZARRE / EMERGE – split vinyl

Verfasst von N am 18. November 2015.

Toy Bizarre Emerge Toy Bizarre EmergeKLEIN

split und kollaboration zugleich: emerge, das zentrum des hiesigen attenuation circuit und toy bizarre aus frankreich, beide projekte seit langem in der experimantalszene unterwegs, hier mit einer quasi zeitreise auf vinyl: und eigentlich geben schon die coverbilder und die des inlay alle hinweise zur entstehungsgeschichte. aber so klar es auch scheint, wenn man die erst einmal die linernotes gelesen hat, genau so sehr ist es vorab auch einfach „nur“ ein gelungenes, düsteres cover mit einigen fensterartigen ausblicken in eine hellere welt da draussen. eine verschiebung von wirklichkeiten, ein spiel mit der wahrnehmung, das die musikalische ebene mehr als fortsetzt…

seite 1 bildet dabei so etwas wie die grundlage(?); nicht näher spezifierte aufnahmen, die toy bizarre in einer aufgelassenen mine bereits 1995(!) durchführte. wieviel an dem, was letztlich hier zu hören ist reines fieldrecording ist, wieviel durch nachbearbeitung oder andere methoden erzeugt wurde bleibt dabei völlig im dunklen, die musik scheint wie ein fast atonaler fluss von geräuschen durch die kavernen der mine zu fahren und in ihrem widerhall dann doch so etwas wie konkrete töne zu erzeugen… aus den schwingungen der streben, als resonanz der schächte…
dunkel und mysteriös auch seite 2, die kollaboration zwischen toy bizarre und emerge, die die rätsel sogar noch vergrössert: das beiblatt spricht von aufnahmen in besagter mine, abgespielt und wieder aufgenommen an selbiger stelle und schließlich an emerge übergeben und von diesem bearbeitet und arrangiert. doch paradoxerweise klingt dieses mehrfach bearbeitete stück viel konkreter, viel näher an puren fieldrecordings als das stück zuvor: in teilen fast fassbar direkt, das schaben im schutt in der mine, dann wie der takt einer fördermaschine; fast als hätten die beiden seiten der lp ihre identitäten getauscht, um die hören zu narren…
aber selbst wenn: definitiv eine nachtwanderung durch die grenzbereiche von ton und atonalität, von geräusch und seiner transformation zu klang. nichts für den schnellen genuss… wie ein gutes rätsel.

schöne grüsse

N

http://unruhr.de/musik/rezensionen/4134-toy-bizarre-emerge-%E2%80%9Etoy-bizarre-emerge%E2%80%9C

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