UNII – EMERGE…distant glow…

proud to present !

UNII – EMERGE – distant glow
CD-R (ltd.ed. 33 copies)
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https://emerge.bandcamp.com/album/distant-glow

UNII-EMERGE-front  UNII-EMERGE-rear

A musical trip in five tracks from “Awakening” to “Illusion,” from one dream to the next – perhaps evoking the lucid state of lack of sleep associated with extensive touring, as this album was recorded during Unii’s 2015 European tour.

Unii is a singer, songwriter, electronic music composer (ambient, avant-garde pop) from Northern island of Sapporo city, Hokkaido, Japan. Her soft yet powerful voice mixed with electronic sound music has aptly been described as post-Bjork, but also bears some kinship with the work of her countrywoman Tujiko Noriko. Unii has been performing live not only in Japan but also in Europe and Asia, such as Singapore, Vietnam and China. This album combines her improvised vocals and sparse synthetic textures with EMERGE’s snarling, grating metal sounds that eventually morph into something akin to bird song or other animal sonics.

NEW REVIEW ! TOY.BIZARRE/EMERGE ~ SPLIT

le son du grisli

On se souvient que Frédéric Nogray avait utilisé des field recordings de Cédric Peyronnet (alias Toy.Bizarre) sur Vaccabons et Malfactours. Aujourd’hui, c’est au tour d’EMERGE, sur ce split vinyle de l’excellent label Attenuation Circuit.

Mais place d’abord à Peyronnet. Ses enregistrements de terrain, qui datent de 1995 (sortis une première fois sous forme de cassette), sont minés (mine de tungstène de Puy-Les-Vignes, en Haute-Vienne). Fermée dans les années 50, elles semblait attendre qu’on l’explore. Et ce qu’en fait Peyronnet est tout simplement fantastique. On croirait entendre battre un cœur (et parfois même plusieurs) sous des monceaux de gravats quand ce n’est pas une guitare électrique passée à la meuleuse (électrique itou). Spé et spatial.

Quant à EMERGE (nom sous lequel se cache Sascha Stadlmeier), il donne l’impression d’extraire des détails d’archives sonores dans le but de les traiter (bien ou mal). Il les chiffonne ou les fait tourner en boucles ou en fait des modules rythmiques ou des drones fins… le tout en respectant un fil conducteur qui joue beaucoup des silences. Une autre façon de raconter ce lieu abandonné, plus fantasmée, plus intuitive. Moins stupéfiante, mais en tout cas bien différente.

Pierre Cécile © Le son du grisli
http://grisli.canalblog.com/archives/2015/08/07/32400971.html

EMERGE feat. Eljara of Prinzip Nemesis – staub

OUT NOW !
 
EMERGE feat. Eljara of Prinzip Nemesis – staub
CD-R (ltd.ed. 33 copies)
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EMERGE-Eljara-front Kopie
A truly alchemical transformation: the metallic sounds by EMERGE, clearly evoking an origin in the bowels of the earth and the process of extracting them, are given a shimmering golden edge by the ethereal voice of Eljara.
 
The singer weaves her way through the rhythmic signposts supplied by EMERGE, and much of the charm of this 30-minute song (because a song it is, even if defying conventional pop definitions of the term) lies in the fact that the samples are interspersed with enough silence to give the voice room to unfold. The unhurried, yet insistent pace of the performance, and also the way in which samples of non-pitched sounds are combined with meditative, melancholic vocals, even evoke some works of Nurse With Wound.
 
File under: experimental, ambient, female vocals
 

reviews in BAD ALCHEMY #86:

Am Freitag, den 19.06.2015, lockt eine ATTENUATION CIRCUIT LABELNACHT in den Club W71 nach Weikersheim. Für mich ein Wiedersehen mit Saschas markantem Goatie. Für uns drei die Gelegenheit, wieder einmal, zusammen mit weiteren Neugierigen im kleinen zweistelligen Bereich, elektronische Musik live zu erleben. Den Sound bringt man im eigenen Wohnzimmer einfach nicht hin. Und die Künstler bei der Arbeit oder beim Smalltalk gibt es als Bonus dazu. Um Zehn macht NIKU SENPUKI den Anfang, der junge Fabian Otto, ein maoriphober Schlacks mit Jesushaartracht. Er bietet unter dem Motto „Roar Shack“ den seltenen Fall eines stehenden Elektronikers, der seine Pedal- und Laptopsounds mit einer Gitarre füttert und anstößt. Pickend und mit Bogenstrichen erzeugt er (wie bei seinem „Küken 2“) röhrendes Gedröhn. Das er heftig aufrauschen lässt und noch intensiviert mit Throatgesang und weiterem Roaring, mit dem er einen, wenn man sich die gellenden Bilder seiner Publikationen hinzu denkt, an die Selektionsrampe eines Hühner- KZs stellt. Die asiatische Ethnoanmutung und den Aufschrei führt er über in meditativ zartes Picking (ähnlich „Spæther“), kniet sich aber auch wieder
hinein in die Schwingungen einer bowed Guitar (wie man das von Stian Westerhus kennt) und in Rückkopplungsnoise, mit einer krautigen und einer technoid pulsierenden Passage in between. Zuletzt gipfelt das in heller, fast poppiger Vokalisation, die in geloopten Wellen verhallt.

EMERGE besticht danach mit dem plastischen Knistern und Prasseln von Feuer. Das er mit glimmenden Zigaretten illustriert, während dazu ein Schwarzweißfilm offen lässt, ob da dunkles Gemäuer im Feuersturm vergeht oder nur Pixelweiß am Pixelschwarz frisst. In der Imagination steigt zwar ein Feuerteufel aus der Cracklebox, um, befreit, tief durchzuatmen.
Ohne weiteres lässt sich diese elementare Anmutung aber auch abstrakt hören, als pointillistische Molekularpercussion, sehr schön räumlich aufgezogen. Der Augsburger triggert im Halbdunkel seine Klangmolekülkollisionen
mit zelebrierender Gestik, schabt mit einer Feile an einem Zweig, streicht an einem Antennendraht, dreht zuletzt die Kurbel einer Spieluhr. Die Gestik erscheint mit kleiner Verzögerung im Raum, als Klangspur in der prasselnden Blasenkammer. Ich finde das, was freilich kein Kunststück ist, so mittendrin wie ich da sitze, noch prickelnder als die oneiristisch-speläologischen oder meso- bis bathypelagialen Suggestionen, die ich sonst von Emerge kenne.

Den dritten Part gestaltet zu vorgerückter Stunde Al Margolis, BA-Lesern bestens bekannt als IF, BWANA. Indem er hochkonzentriert auf den Bildschirm starrt, der sein Gesicht beleuchtet, entlässt er zuerst oszillierende Klänge aus dem Speicher. Dem folgt ein Saxophonquartett, aber tiefer gelegt von Tenor bis Bass. Ausschließlich mit ruhig gezogenen Haltetönen, wobei stille Denk- oder Atempausen den atmenden Duktus noch unterstreichen. Im dritten Satz erklingt eine Frauenstimme mit wiederum ruhiger, gezogener Vokalisation. Die Suggestivität dieser meditativen Offerte unterstützt auf der Leinwand grau umwölktes Geäder (vielleicht auch ein abgestorbener Baum im Nebel) als identische Seitenflügel eines Triptychons, dessen Mittelbild aus einer Farbenflut von Aquarelltropfen besteht. Dass sich Margolis dazu als gelassener, ganz umgänglicher Computermönch erweist, gibt seiner hintersinnigen Klangwelt einen sympathischen Vordergrund. Auch dem Jens, zuvor noch Liveelektrojungfrau, hat es gefallen. Damit bestand auf der Heimfahrt dreistimmige Einigkeit.

Cédric Peyronnet, seit 1985 besser bekannt als TOY BIZARRE, ist einer der hingebungsvollsten Erkunder und Phonographen von Klanglandschaften, genauer, von Klanglandschaftsessenzen. Mit dem Code kdi dctb, der bisher mindestens 216 Fund- und Werkstücke umfasst, hat er seine Fieldrecordings durchnummeriert, die jeweils eine Szenerie auf seinen Streifzügen auf eine Weise einfangen, wie Google Maps das nie können wird. ‚kdi dctb 018‘ ist nun sein Beitrag zu einem Split (ACW 1002, LP) mit EMERGE, dessen ‚msl‘ ebenfalls ganz aus Klangmaterial von Peyronnet besteht. Fundort
war die seit 1955 aufgelassene Wolfram-Mine bei Puy-Les-Vignes im Limousin. Die steinige Lokalität wird von Peyronnet so aufbereitet, dass ihre mythopoetische Aura hörbar wird. Als ein schiefriges Scharren und Rieseln auf einem dröhnenden Fond. Das den Aspekt der Arbeit und der Nützlichkeit, etwa die Verwendung von Wolfram in Stahl, als panzerbrechende Munition oder in Glühlampen, ganz und gar verbirgt. Statt dessen nimmt Peyronnet eine Art mikrotonaler Orchestrierung
vor, die in konkreter Klanglyrik die Wut der Steine und das Fürsich- und Gegenallessein der Minerale hervorkehrt. Die Klangmoleküle schlittern und wispern, sie verstummen und erwachen wieder, als oszillierendes Dröhnen, als pseudosopranistische Vokalisation, als schwellendes Brausen und Brodeln oder das Raunen eines Steintrolls. Unter dem Harsh Noise tun sich dunkle Hohlräume auf, während die Oberfläche derart nesselt, sandstrahlt und stürmt, dass einem die Festigkeit der Dinge trügerisch vorkommt. Die dröhnende Resonanz von EMERGE schürt diesen Generalverdacht. Seine Steinwelt ist bedrohlich virulent, als Steinschlag, als ständiges Bersten, Reißen und Steinbeißen. Als polterndes
Mahlwerk. Oder Gamelan von Trolls. Denn es klingt ebenfalls nicht industrial und vernünftig. Sondern wie in einer nicht geheuren Märchen- und Unterwelt mit dort verborgenen Wesen, die scharren und klopfen, dass einem ganz anders wird.
Eisernes oder schiefriges Geschepper wird von dumpfem Wummern begleitet, Holzbalken poltern. Da wird nicht gebaut, es wird rücksichtslos abgerissen und durchgebrochen. Als hätte sich die minengrabende Gewalt gegen die Erde
verselbständigt. Denn man muss vielleicht die Perspektive nur umdrehen. Menschliches Tun klingt in nichtmenschlichen Ohren wohl meistens wie das Toben von bösen Geistern.

[BA 86 rbd]
www.badalchemy.de

reviews in BAD ALCHEMY #86:

Am Freitag, den 19.06.2015, lockt eine ATTENUATION CIRCUIT LABELNACHT in den Club W71 nach Weikersheim. Für mich ein Wiedersehen mit Saschas markantem Goatie. Für uns drei die Gelegenheit, wieder einmal, zusammen mit weiteren Neugierigen im kleinen zweistelligen Bereich, elektronische Musik live zu erleben. Den Sound bringt man im eigenen Wohnzimmer einfach nicht hin. Und die Künstler bei der Arbeit oder beim Smalltalk gibt es als Bonus dazu. Um Zehn macht NIKU SENPUKI den Anfang, der junge Fabian Otto, ein maoriphober Schlacks mit Jesushaartracht. Er bietet unter dem Motto „Roar Shack“ den seltenen Fall eines stehenden Elektronikers, der seine Pedal- und Laptopsounds mit einer Gitarre füttert und anstößt. Pickend und mit Bogenstrichen erzeugt er (wie bei seinem „Küken 2“) röhrendes Gedröhn. Das er heftig aufrauschen lässt und noch intensiviert mit Throatgesang und weiterem Roaring, mit dem er einen, wenn man sich die gellenden Bilder seiner Publikationen hinzu denkt, an die Selektionsrampe eines Hühner-KZs stellt. Die asiatische Ethnoanmutung und den Aufschrei führt er über in meditativ zartes Picking (ähnlich „Spæther“), kniet sich aber auch wieder hinein in die Schwingungen einer bowed Guitar (wie man das von Stian Westerhus kennt) und in Rückkopplungsnoise, mit einer krautigen und einer technoid pulsierenden Passage in between. Zuletzt gipfelt das in heller, fast poppiger Vokalisation, die in geloopten Wellen verhallt. EMERGE besticht danach mit dem plastischen Knistern und Prasseln von Feuer. Das er mit glimmenden Zigaretten illustriert, während dazu ein Schwarzweißfilm offen lässt, ob da dunkles Gemäuer im Feuersturm vergeht oder nur Pixelweiß am Pixelschwarz frisst. In der Imagination steigt zwar ein Feuerteufel aus der Cracklebox, um, befreit, tief durchzuatmen. Ohne weiteres lässt sich diese elementare Anmutung aber auch abstrakt hören, als pointillistische Molekularpercussion, sehr schön räumlich aufgezogen. Der Augsburger triggert im Halbdunkel seine Klangmolekülkollisionen mit zelebrierender Gestik, schabt mit einer Feile an einem Zweig, streicht an einem Antennendraht, dreht zuletzt die Kurbel einer Spieluhr. Die Gestik erscheint mit kleiner Verzögerung im Raum, als Klangspur in der prasselnden Blasenkammer. Ich finde das, was freilich kein Kunststück ist, so mittendrin wie ich da sitze, noch prickelnder als die oneiristisch-speläologischen oder meso- bis bathypelagialen Suggestionen, die ich sonst von Emerge kenne.
Den dritten Part gestaltet zu vorgerückter Stunde Al Margolis, BA-Lesern bestens bekannt als IF, BWANA. Indem er hochkonzentriert auf den Bildschirm starrt, der sein Gesicht beleuchtet, entlässt er zuerst oszillierende Klänge aus dem Speicher. Dem folgt ein Saxophonquartett, aber tiefer gelegt von Tenor bis Bass. Ausschließlich mit ruhig gezogenen Haltetönen, wobei stille Denk- oder Atempausen den atmenden Duktus noch unterstreichen. Im dritten Satz erklingt eine Frauenstimme mit wiederum ruhiger, gezogener Vokalisation. Die Suggestivität dieser meditativen Offerte unterstützt auf der Leinwand grau umwölktes Geäder (vielleicht auch ein abgestorbener Baum im Nebel) als identische Seitenflügel eines Triptychons, dessen Mittelbild aus einer Farbenflut von Aquarelltropfen besteht. Dass sich Margolis dazu als gelassener, ganz umgänglicher Computermönch erweist, gibt seiner hintersinnigen Klangwelt einen sympathischen Vordergrund. Auch dem Jens, zuvor noch Liveelektrojungfrau, hat es gefallen. Damit bestand auf der Heimfahrt dreistimmige Einigkeit.

Cédric Peyronnet, seit 1985 besser bekannt als TOY BIZARRE, ist einer der hingebungsvollsten Erkunder und Phonographen von Klanglandschaften, genauer, von Klanglandschaftsessenzen. Mit dem Code kdi dctb, der bisher mindestens 216 Fund- und Werkstücke umfasst, hat er seine Fieldrecordings durchnummeriert, die jeweils eine Szenerie auf seinen Streifzügen auf eine Weise einfangen, wie Google Maps das nie können wird. ‚kdi dctb 018‘ ist nun sein Beitrag zu einem Split (ACW 1002, LP) mit EMERGE, dessen ‚msl‘ ebenfalls ganz aus Klangmaterial von Peyronnet besteht. Fundort war die seit 1955 aufgelassene Wolfram-Mine bei Puy-Les-Vignes im Limousin. Die steinige Lokalität wird von Peyronnet so aufbereitet, dass ihre mythopoetische Aura hörbar wird. Als ein schiefriges Scharren und Rieseln auf einem dröhnenden Fond. Das den Aspekt der Arbeit und der Nützlichkeit, etwa die Verwendung von Wolfram in Stahl, als panzerbrechende Munition oder in Glühlampen, ganz und gar verbirgt. Statt dessen nimmt Peyronnet eine Art mikrotonaler Orchestrierung vor, die in konkreter Klanglyrik die Wut der Steine und das Fürsich- und Gegenallessein der Minerale hervorkehrt. Die Klangmoleküle schlittern und wispern, sie verstummen und erwachen wieder, als oszillierendes Dröhnen, als pseudosopranistische Vokalisation, als schwellendes Brausen und Brodeln oder das Raunen eines Steintrolls. Unter dem Harsh Noise tun sich dunkle Hohlräume auf, während die Oberfläche derart nesselt, sandstrahlt und stürmt, dass einem die Festigkeit der Dinge trügerisch vorkommt. Die dröhnende Resonanz von EMERGE schürt diesen Generalverdacht. Seine Steinwelt ist bedrohlich virulent, als Steinschlag, als ständiges Bersten, Reißen und Steinbeißen. Als polterndes Mahlwerk. Oder Gamelan von Trolls. Denn es klingt ebenfalls nicht industrial und vernünftig. Sondern wie in einer nicht geheuren Märchen- und Unterwelt mit dort verborgenen Wesen, die scharren und klopfen, dass einem ganz anders wird.
Eisernes oder schiefriges Geschepper wird von dumpfem Wummern begleitet, Holzbalken poltern. Da wird nicht gebaut, es wird rücksichtslos abgerissen und durchgebrochen. Als hätte sich die minengrabende Gewalt gegen die Erde verselbständigt. Denn man muss vielleicht die Perspektive nur umdrehen. Menschliches Tun klingt in nichtmenschlichen Ohren wohl meistens wie das Toben von bösen Geistern.
[BA 86 rbd]
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